Die Zielsetzung der Sektion ist in erster Linie wissenschaftliche Fragestellungen, die sich aus dem Bereich der Traumaversorgung ergeben in die DIVI hineinzutragen und einer interdisziplinären Bearbeitung zuzuführen. Wir denken, dass die DIVI hierfür eine ausgezeichnete Plattform darstellt, da die Traumaversorgung aufgrund komplexer werdender Verletzungsmuster einerseits, aber auch komplexer werdender medizinischer Versorgungsmöglichkeiten andererseits, mehr noch als zuvor als interdisziplinäre Herausforderung zu sehen ist. Dieses betrifft nicht nur die Notfallversorgung und die Intensivmedizinische Versorgung sondern zunehmend auch die operative und rehabilitaitive Therapie.
Am 02.09.2009 erfolgte der Antrag auf Gründung einer eigenen Sektion Trauma der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin durch Prof. Dr. Ingo Marzi und Prof. Dr. Andreas Seekamp. Das erste interne Gründungsmeeting wurde darauf folgend am 07.04.2010 im Rahmen des Treffens der Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung (NIS) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie in Ludwigshafen abgehalten. In das nachfolgende NIS-Sektionstreffen am 08.10.2010 in Frankfurt wurde bereits ein DIVI Trauma-Sektionstreffen integriert, bei dem eine Studie zum Gerinnungs-Management bei polytraumatisierten Patienten unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. S. Lendemans (Universitätsklinikum Essen) vorgestellt und weiter geplant wurde. Die Studie hat zum Ziel:
- Die derzeit durchgeführten Transfusions- und Gerinnungsbehandlung an überregionalen Traumazentren bundesweit zu analysieren.
- Die verschiedenen Protokolle zur Tranfusions- und Gerinnungsbehandlung in ihrer Auswirkung auf das Outcome zu untersuchen.
Verschiedene internationale und nationale Studien haben in der Vergangenheit gezeigt, dass insbesondere das Verhältnis von Erythrozyten- zu Plasma- und Gerinnungspräparaten einen signifikanten Einfluss auf die Mortalität bei vergleichbarer Verletzungsschwere hat. Die Effektivität der jeweiligen Transfusionsprotokolle ist dahingehend noch nicht ausreichend untersucht.
Die 3. Sektionssitzung Trauma am DIVI-Jahreskongress 2010 in Hamburg war mit circa 80 Teilnehmern gut besucht. Nach Genehmigung einer Start-up Förderung in Höhe von 12.000 Euro für die Gerinnungsstudie konnte hier das endgültige Protokoll mit Zeitplan vorgestellt werden, weitere Vorträge beinhalteten die Entwicklung der klinischen Traumaforschung in Deutschland, den aktuellen Stand der Versorgungsforschung und die Roadmap der Sektion in Kooperation mit anderen Sektionen.
Das nächste Sektionstreffen wird im Rahmen des 11. DIVI-Kongresses November/Dezember 2011 in Leipzig stattfinden. Bei Interesse an einer Teilnahme bei der Gerinnungsstudie bitten wir, Priv.-Doz. Dr. S. Lendemans zu kontaktieren (sven.lendemans@uk-essen.de). Zur Aufnahme in die Mitgliedsliste der Sektion steht Dr. S. Wutzler als Schriftführer zur Verfügung (sebastian.wutzler@kgu.de).
Für die Sektion
Dr. Sebastian Wutzler, Schriftführer
Prof. Dr. med Ingo Marzi
Prof. Dr. med. Andreas Seekamp