Störungen der Herz-Kreislauffunktion zählen zu den typischen Problemen in der Versorgung intensivmedizinischer Patienten und stellen oft auch eine interdisziplinäre Herausforderung dar. Da es international erhebliche strukturelle und konzeptionelle Unterschiede in der Behandlung kardiovaskulärer Störungen im Rahmen akuter Erkrankungen bzw. in der postoperativen Phase gibt, erscheint es geboten, für häufige im Kontext einer intensivmedizinischen Behandlung auftretende kardiovaskuläre Störungen Behandlungsempfehlungen für den deutschen Sprachraum zu erarbeiten, die nicht nur Spezifitäten der nationalen Versorgungsstrukturen berücksichtigen, sondern insbesondere auch einem interdisziplinären Ansatz gerecht werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es im Bereich der Akutmedizin – insbesondere in den operativen Disziplinen - nicht unerheblichen Bedarf gibt, für typische kardiovaskuläre Störungen konkrete Therapieziele zu formulieren und zu erarbeiten, mit welchen Mitteln diese Ziele idealerweise erreicht werden sollten.
Seit 1999 hat sich im Rahmen der DIVI eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe (IAG) Schock etabliert, die sich in den letzten Jahren mit großem Engagement und außerordentlich produktiv insbesondere der Behandlung des polytraumatisierten Patienten und den verschiedenenen Formen des Kreislaufschocks gewidmet hat. Die Fülle der zu bearbeitenden Themen aus dem Bereich Herz-Kreislauf läßt es aber sinnvoll erscheinen, neben den Themen Trauma und Schock auch Themen wie z.B. die perioperative Behandlung von Patienten mit eingeschränkter myokardialer Funktion bzw. dekompensierter Herzinsuffizienz, perioperative organprotektive Massnahmen oder spezifischen Therapiemodalitäten der mechanischen Kreislaufunterstützung zu berücksichtigen.
Zielsetzung der Sektion Herz-Kreislauf soll es daher sein, sich in einem interdisziplinären Ansatz mit “Herz-Kreislaufdysfunktion im Rahmen intensivmedizinischer Behandlung” auseinander zu setzen, Probemfelder aufzudecken, wo nötig Therapiekonzepte zu erarbeiten und diese in klinische Behandlungsempfehlungen umzusetzen.
Um dies zu erreichen erscheint es sinnvoll, die Themen der Sektion in Arbeitsgruppen aufzuteilen. Folgende Aufteilung wird vorgeschlagen:
- Myokardiale Dysfunktion
- in diesem Kontext sollten sowohl Fragestellungen im Hinblick auf die Behandlung konservativer als auch operativer Patienten berücksichtigt werden.
- Perioperative Organprotektion
- Hier sind neben pharmakologischen Massnahmen insbesondere auch neuere nicht-pharmakologische Konzepte wie z.B. “remote ischemic conditioning” von Interesse.
- Mechanische Kreislaufunterstützung
- In diesem Kontext gilt es insbesondere häufig eingesetzte Verfahren wie die intraaortale Ballongegenpulsation (IABP), aber auch die zunehmend mehr Verbreitung findenden kurzzeitigen Unterstützungssysteme wie z.B. ECMO, VAD, etc. in Behandlungskonzepten zu berücksichtigen.
Sprecher:
Prof. Dr. med. Matthias Heringlake, Lübeck
Mitarbeiter:
M. Heringlake, Lübeck
N. Haake, Kiel (Protokollführer)
M. Buerke, Halle/Saale
H. Henning, Halle/Saale
G. Marggraf, Essen
A. Markewitz, Koblenz
M. Sander, Berlin
G. Trummer, Freiburg
R. Stingele, Kiel